Warum Fußballfans und EM-Jubelperser aneinander vorbeischauen

Der Sportsaal möchte nicht zum Blog verkommen, in dem über die Nörgler genörgelt wird. Dennoch ein paar Worte zum Fußball und seiner Verdrehtheit in Zeiten von EM und WM:

Fußball ist ein großartiger Sport – das ist Basiswissen. Am schönsten ist er, wenn man Fan einer Mannschaft ist, die man das gesamte Jahr über begleitet – mit der man Höhen und Tiefen erlebt – überragende Siege und niederschmetternde Niederlagen. Das ist etwas sehr persönliches. Als Fan kann man daraus soviel lernen – Demut, Respekt, Gemeinschaft, Glück, Ekstase. Der Fußball bringt einen für ein paar Momente weg vom Alltag, hinein in eine transzendentale Anspannung, in der die Ungewissheit über den Ausgang den kompletten Hormonhaushalt regelt. Es gibt Gefühle, die spürt ein Mensch erst, wenn er Fußball schaut.

Es gibt in Deutschland eine ganz besondere Mentalität der Fußballfans. Es geht ihnen um das Pure des Fußballs. 11 Helden gegen 11 Gegner, die Gesänge, die ganz spezielle, individuelle Choreographie jedes Spieltags. Eine Romantik ohne Kommerz und voller Leidenschaft. Eben weg vom Alltag, rein in die Stadien, auf die Bezirkssportplätze. Ein wöchentlich wiederkehrender Rhythmus, der auch die Werktage bestimmt, weil man ihn nie ganz aus den Köpfen bekommt.

Und dann gibt es den Nationalmannschafts-Fan. Grundsätzlich fällt es schwer, Fan von etwas zu sein, was nur alle paar Monate stattfindet. Natürlich ist genau das das Glück aller Nationalmannschafts-Fans, denn sie wollen gar nicht mehr Zeit für Fußball aufwenden. Die Kehrseite: Es fehlen die regelmäßigen Emotionen – keine Rituale, keine dauernd existe Leidenschaft. Fußballfans, die sich nur für die Nationalmannschaft interessieren, wissen nicht, was Leiden ist.

Sie haben keine Vorstellung von Auswärtsreisen von Osnabrück nach Regensburg, von Bremen nach Freiburg, von Düsseldorf nach Cottbus. Sie kennen keine Demut, keinen Respekt. Die Gelegenheitsfans kennen nur den Erfolg und den auch nur in seiner Reinheit. Sie kalkulieren nicht ein, dass bei 16 Teilnehmern eines Wettbewers 15 zwangsläufig nicht gewinnen. Sie kalkulieren nicht ein, dass Spieler bessere und schlechtere Tage haben – denn sie kennen keinen Saisonverlauf, keine Formschwankungen. Sie kennen nur das Jetzt.

Und dann stehen diese Fans vor den Leinwänden der Republik, sie sitzen in den Kneipen, sie fühlen sich angezogen vom Massenphänomen Fußball, dessen ganzsaisonale Fans ganz froh wären, wenn es kein Massenphänomen sein würde. Sie stehen dort und erwarten, dass man ihnen für ihr Fansein nun auch etwas bieten möge. Sie kreieren eine Welt ohne Fehlpässe, ohne vergebene Torchancen, ohne Schwäche. Und bekommen diese Welt auch vorgesetzt von den Medienschaffenden, die von der echten Fußballwelt, die übers Jahr quer durchs Land zieht, auch nur bedingt Ahnung haben. Nicht nur ARD und ZDF, auch sonst völlig fußballaverse Sender und Sendungen wollen am Fußball-Hype partizipieren und bedienen eine Klientel, die es im Fußball so eigentlich gar nicht gibt.

Nach jedem Spiel wird dort zur Generalkritik angesetzt: Gomez zu faul, Özil zu langsam, Podolski unsichtbar. Es geht natürlich auch andersrum. Bender heldenhaft, Hummels überragend, Khedira läuft 200 Kilometer pro Spiel. Es gibt in dieser Kritik keine Graustufen, es gibt nur schwarz und weiß. Es gibt an den Stammtischen und den Stehtischen bei Müller-Hohenstein und Co keine Relativierung, es gibt nur klare Kante (als lobendes Gegenbeispiel sei hier überraschenderweise mal Lothar Matthäus als ARD-Experte zu nennen). Es ist wie eine verkrampfte Suche nach Miesepetrigkeit, die sich im Alltag daran erkennen lässt, dass der Deutsche als Ausdruck seines Pessimismus dem Deutschen vorwirft, viel zu pessimistisch zu sein. Also immer drauf!

Entweder ein Spieler war super oder bodenlos schlecht (mit der Tendenz immer eher zu schlecht). Nach jedem Kick wird ein Generalurteil gefällt und gerichtet, was der Bundestrainer für das nächste Spiel für Änderungen vornehmen müsste. Das geht so weit vorbei an jeder Fußballrealität, in der ein Trainer Spielern gerne mal über ein paar Spiele hinweg vertraut. Aber es kommt gut an und lässt sich von den Rezipienten wunderbar in die heimische Diskussion tragen und ein Gemeinschaftsgefühl entstehen; denn man ist sich ja einig, dass der Gomez schlecht war und aus der Startelf raus muss. Und so bestätigen sich diese Meinungen immer wieder selbst, denn die anderen, die das im TV auch so gehört haben, vertreten ja die selbe Ansicht.

Was passiert da? Die Menschen, die den Fußball sonst für sich beanspruchen, einfach nur gern Fußball gucken (ohne Drumherumspektakel) und durchaus auch Expertentum aufbauen, vertreten plötzlich eine Minderheiten-Meinung. Sie werden für einige Wochen an den Rand des Fußballspektrums getrieben und reagieren entsprechend allergisch. Entweder sie gehen in die Offensive und machen den Gelegenheitsfans ihre Begeisterung madig. Oder sie ziehen sich zurück, lassen sich ihren Lieblingssport verleiden. Zwar sind sie ohnehin nicht geneigt, mit der Nationalelf so mitzufiebern wie mit ihrem Verein. Dennoch haben sie eine Passion für diesen unvorhersehbaren Sport, sie lieben das Adrenalin, das Kribbeln, positive und negative Gefühle – sie verzichten auf all das auch in der Sommerpause nur ungern.

Ja, 2006 war das auch alles für die richtigen Fußballfans interessant. Plötzlich gab es schwarzrotgold allenthalben, man konnte auch mit Leuten über seine Passion reden, die einen sonst gesprächstechnisch für einen Outcast hielten. Doch es wird immer schwerer; überall diese geschminkten Fähnchenschwenker, denen man schon von weitem ansieht, dass sie diesen Sport nicht so verstanden haben, dass sie ihn in seiner ganzen Schönheit begreifen. Dass sie (unglücklicherweise) nicht zu den selben Emotionen fähig sind wie der Ganzjahresleider.

Beziehungsweise nur wenige von ihnen, die verstehen, dass es Leute gibt, denen dieser Sport immer wichtig ist und die deshalb auch nicht eingreifen wollen in diese Sphären, sondern sich ein wenig demütig verhalten und ab und zu interessiert clevere Fragen stellen. Ich renne ja auch nicht in eine Oper und stehe nach der Vorstellung auf, um das Ensemble auszubuhen, wenn es für mich nicht ansprechend genug war. Nein, das überlasse ich denjenigen, die immer da sind und die wirklich sagen können, ob der Erste Geiger alle Töne getroffen hat oder heute zu oft danebenlag.

Es macht nicht immer Spaß, seinen Sport, bei dem man meint sich ganzjährig einen Besitzanspruch zu erwerben, mit diesen Leuten zu teilen. Ob diese Gefühle gerechtfertigt sind, oder nicht, das sollen all die selbsternannten Fußballphilosophen entscheiden, die derzeit landauf und landab auf Sportsendern wie WDR5 versuchen, mir meinen Sport zu erklären. Doch es gibt diese Gefühle. Sie werden von TV und Gelegenheitsfan nicht wahrgenommen werden. Die Gute-Laune-Usedom-Maschinerie mit undifferenzierter Non-Stop-Nörgelei (trotz 9 Punkte aus 3 schweren Spielen), wird immer weiter gehen.

Manch einer zählt jedoch schon die Tage bis zum 2. Juli. Dann hat der Spuk zum Glück wieder ein Ende. Denn es gibt diese “Fans” auch im Verein, nur da sind sie glücklicherweise in der Unterzahl.

Trackbacks Comments
  • Max

    Sehr gut!

    Aber irgendwo im Text steht “Damut” statt “Demut”. Doch das nur am Rande…

    • Kahonci

      Lieber Max,

      das ist ein Blog! Ich denke mal, dass der Verfasser kein eigenes Lektorat unterhält um die Texte korrektur zu lesen.

      Erfreulich wenig ortographische und grammatikalische Fehler!

      Doch das nur am Rande … ;-)

  • TOMausBONN

    Danke für den passenden Text. Leider aber auch zu schwarz und weiß gemalt.
    Ich zum Beispiel begeister mich für Beides. Meinen Verein und die N11! Sehe viele Spiele meines Vereines in der Saison und jedes Spiel der N11 live vor Ort…

    Schade, dass Fans wie ich (und davon gibt es viele) in dem Text nicht vorkommen…

    Wir sehen uns in Danzig.
    Tom

    • So sieht es aus. Meine Fußballleidenschaft hat mit der Nationalmannschaft bekommen, dann kam der Vereinsfußball. Letzterer hat zwar einen viel höheren Stellenwert, aber nur weil die Masse der Anjas, Tanjas und Ingos die “echten” Fans nervt, lass ich mich dennoch nicht den Spaß verderben oder mich in eine Schiene pressen.

    • Dante

      Tom:
      Lies dir den Text noch mal durch!
      Du, als Fan von einem Verein und N11, kommst auch drin vor…

      Gruß
      Dante

  • AuswärtsStephan

    Klasse Text, gute Ironie – darf auch dreimal gelesen werden ;-)
    Woher kommst du eigentlich? “Auswärtsreisen von Osnabrück nach Regensburg” schreibt man nicht ohne Grund an erste Stelle, oder? Außerdem schreibt du zu wissen, was Leiden ist. ;-)

    • Derhatschongelb

      Lieber Stephan,
      ich komme aus Düsseldorf und kenne nur die Strecke nach Osnabrück. Da haben wir in den letzten Jahren aber auch öfter gelitten, außer 2010/11 natürlich :)
      beste Grüße,
      derhatschongelb

    • Osnabrücker

      Heißt das, dass man als Osnabrücker leidensfähig sein muss? ;)
      nagut, so ganz Widersprechen kann ich dir da ja nicht :D

  • XYZ

    Olympiade, Skisport,Fussball, ect…..jede Sportart hat internationale Wettkämpfe, die man verfolgt, und für “sein Land” mitfiebert, auch wenn man nicht Fan der Sportart ist, das war schon immer so….. Da geht es um Zusammenhalt, und Zugehörigkeit – ein offensichtlich großes Bedürfnis.

    • Pedobär

      Wen bockt bitte Olympia? Mich als Fußballfan nicht. Wen bockt Skisport? Mich nicht. Da halte ich mich raus, so wie ich es bei einer Fußball EM/WM von manch anderen erwarte. Außerdem ist bei keiner anderen Sportart eine so große Masse von Pseudofans vorhanden, wie bei solch einem Fußball “Spektakel”. Denk an die Handball WM im eigenen Land. Da gab es bei den Gruppen Spielen der Deutschen noch Karten an der Abendkasse und ab dem Halbfinale waren alle Vollschmogs in Deutschland sowas von Handball begeistert. Was da los?

  • Felix

    Wenn du von Demut sprichst, übe sie auch. Als wenn Erfolgsfan sein ein Verbrechen wäre….

  • Bjoern

    Schon klar, was du sagen willst und ich empfinde das aehnlich. Teils etwas anstrengend aber nicht wirklich schlimm. Lasst den Leuten doch ihren spass.
    Stell dir mal vor, du wirst auf dem Oktoberfest von einem Ur-Bayern dafuer angemacht, dass du nicht das ganze Jahr in Lederhose rumlaeufst :)

  • Michel

    EM und WM sind wie der Weihnachtsgottesdienst: plötzlich kommen alle angerannt und erklären jedem, der es nicht wissen will, was für dolle Fussballfans sie sind. Den Rest des Jahres sieht man dann herzlich wenig von ihnen.

  • Man muß natürlich auf der anderen Seite sagen, dass es bei der Nationalmannschaft auch so genannte “Allesfahrer” gibt. Allen voran, die mit den Zaunfahnen “Air Bäron”, “Spenge” uvm. die auch mit Ihren Vereinen jedes Testspiel mitnehmen… ;)

  • Landslide

    Es gibt einige Aspekte, die absolut der Wahrheit entsprechen und die ich ohne Fragen unterstreichen würde. Aber wie schon einer meiner Vorkommentierer bin auch der Meinung, dass hier einiges zu sehr in Schwarz und Weiß aufgeteilt wurde.
    Seit Jahrzehnten fahre ich meinem Lieblingsverein hinterher, gehe somit regelmäßig ins Stadion und bilde mir auch ein, a.) ein fundiertes Wissen über diesen gnadenlos geilen Sport zu besitzen und b.) ein 1A-Fan zu sein. Aber…ich drehe auch für die Nationalelf durch…nicht in Form von angemalten Gesichtern oder Rudelgucken vor der Großbildleinwand, aber mich nervt es genauso wie beim Verein, wenn Fehlpässe gespielt werden oder 100%tige Chancen vergeben werden.
    Heute Abend ist das Halbfinale gegen Italien und ich bin jetzt schon mächtig nervös. Vor dem TV bin ich dann nachher ein Nervenbündel. Was bin ich jetzt? Ein fehlgeleiteter Vorzeigefan?
    Ich finde auch, dass man gerade bei diesen patriotischen Sportereignissen aufhören sollte, bei den Fans zu unterscheiden. Wenn in einigen Wochen die Olympiade beginnt, dann schaue ich mir auch Leichtathletik an, obwohl ich davon Null Ahnung habe…und ich freue mich diebisch, wenn einer unserer Athleten eine Medaille holt. Daher denke ich auch, wie oben schon einmal erwähnt, dass man alle die lassen sollte, die Spaß dabei haben, eine EM oder eine WM der Party Willen zu schauen.
    Ich persönlich kann mir zusätzlich noch mein fußballerisches Bild daraus basteln, das steht mir frei und, wie vermutlich auch alle anderen richtigen Fans, werde das auch tun.

    Lasst uns also endlich aufhören, das zu tun, was wir bei den Pseudo-Fans oder -Experten hassen…nämlich nur zu meckern…

  • Gabriela

    Fehlt nur noch der Pyro – und der böse Polizei / guter Fan – Themenkomplex… und so Krachen wie Gegen den modernen Fußball. und reclaim the game …

    Gähn.

  • Peter Pan

    Modefans und Nörgler gibts in den Bundesligen ohne Ende. Die Stadien sind voll von denen. Das kriegt man wahrscheinlich im Fanblock nicht mit.

  • Philipp1999

    Danke fuer diesen besonderen Artikel! Er spricht mir aus dem Herzen. Nur der HSV!

  • Mike1983

    1. Gut, dass saisonaler, nationaler Fußball kein Kommerz ist.
    2. Warum darf sich auch ein nicht-ganzjährig-fußballverrückter nicht
    an einem internationalen Turnier erfreuen? Wie und womit erwirbt
    man sich also dieses “Recht”?
    3. Gibt es in der Bundesligasaison nicht auch genug “Stammtischgeseier”
    und “Nörgler”?
    4. Ist es Demut und Respekt, wenn Menschen vor dem Stadion bedrängt und
    verprügelt werden, oder Busse angegriffen werden? Klar, das sind
    einige wenige Individuen, aber wo bleibt die klare Distanzierung der
    organisierten Fangruppen. Ist es Demut oder Respekt wenn
    man “Dietmar Hopp, du Sohn einer Hure” singt?
    Meiner Meinung nach wäre ein wenig Toleranz von allen Seiten angebracht. Leben und Leben lassen.

  • försteralte

    es is schade das es diese kluft gibt aber ich will auch diese schönwetter fans missen… manchmal geben sie einen unfreiwillig nen grund zum lachen und leiden auch genauso schön mit… klar meckern sie schneller wenn es misserfolge gibt aber warum nich..
    ich freu mich schon auf das derby dieser saison… und das is nich in liga eins…

  • jensen

    Kann ich diesen Text irgendwo für einen Preis vorschlagen? Falls nicht, muss euch ein herzliches “Danke” von mir reichen.

  • Ttstark

    Grosses Kompliment, der Text spricht mir aus der Seele! Die Partypeople, die rudimentäres Fussballwissen mitbringen und natürliche noch regelm. bei solchen Turnieren im Büro die Spiele tippen! wenn die Handballer mal gut sind, schauen wir alle Hanball, ansonsten kennen wir keine drei Mannschaften aus der Liga, die Skispringer sind gerade in, also den Kindern die Fresse bepinselt und Alkohol – Hauptsache ein wenig Party…
    Fing alles mit der verklärten WM2006 an, zum Teil findest Du diese Arenatouristen natürlich auch bei Bundesligaspielen.

  • Ray

    Das Gute an dem Artikel ist, er ist nicht perfekt ;) .
    Ich oute mich mal als “gelegentlich mal Fußball Gucker” und Dortmundfan seit 1995. Sprich kaum “auf und abs” während der Saison aber bei großen Turnieren der Nationalelf muss ich alle Spile sehen, auch die der anderen Mannschaften, um angemessen mitreden zu können.
    Ich kann also die Spieler gerade so noch vielleicht dem einen oder anderen Verein zuordnen, weis aber kaum welche Leistungen individuell erbracht wurden. Nach ein Paar spielen während der EM und WM kann ich jedoch schon sehr gut einschätzen wer was kann und was nicht.

    Der Text ist sehr gut geschrieben, wenn auch hier und da etwas theatralisch überzogen. Er regt zur Diskussion an und das sollte auch der Sinn sein, wenn man so klare Worte wählt.
    Jedoch bin auch ich der Meinung, dass die selbsternannten Psychologen und Hobbytrainer eben gerade dazugehören zur WM und EM.

    Gestern war Tag der Schmach (Gratulation an die bessere Mannschaft:Italien) und ich konnte endlich mal auf die Fan-Meile. Ich also mit Kumpel zwischen den ganzen Verrückten. Es wurde gelacht, geweint, mitgefiebert, angespornt auch nach dem 2:0 von Frust keine Spur. Die Stimmung dort war danach zwar etwas geknickt aber wärend des Spiels TOP. Als das späte 2:1 fiel wurde nochmal gejubelt und für 2 Minuten war nochmal alles drin ;) .
    Es gehört immer alles dazu.
    Denn wenn es perfekt wäre, wäre es nicht perfekt.

  • Sparta

    EInfach nur grossartig :)

  • Pocci

    Verspätet noch Danke für den schönen Artikel.

    Ich fühle mich bei EM oder WM immer wie einer, dessen Lieblingsband vom Geheimtipp über Nacht auf Nummer Eins ging – dennoch ist mir rational klar, dass der Vergleich hinkt: Fußball ist mindestens seit den 1930ern ein Massenphänomen, den sich auch schon “Schlachtenbummler” von damals mit anderen Menschen teilen mussten; und dennoch bleibt dieses Gefühl; vielleicht begründet in der Angst, das eigene Engagement während der normalen Saison von den Turnierfans nicht gewürdigt zu sehen (die Demut, die du ansprichst), oder unterschätzt zu werden wegen seiner Begeisterung, einen nasskalten Novembersonntagnachmittag auf einer Bezirkssportanlage zu verbringen.
    Was bleibt ist die Gewissheit: viele von denen haben nicht verstanden und werden es nicht verstehen; sie werden es schon gar nicht fühlen. Der im Nachhinein schönste Moment des Turniers war für mich, nach dem Hf in der schnell sich leerenden Kneipe zu bleiben, bis tief in die Nacht hinein den Schmerz zu ertränken und mit Freunden das Spiel zu diskutieren.

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