Vom wahren DFB-Pokalfinale 2012: VfL Wolfsburg – Hallescher FC
Zum ersten Mal seit sieben Jahren treffen die beiden besten Teams der abgelaufenen Bundesliga-Saison auch im DFB-Pokalfinale aufeinander. Das Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund dürfte das spannendste seit Ewigkeiten sein – und gleichzeitig auch irgendwie langweilig, weil das Duell doch schon die gesamte Rückrunde im Fokus stand. Der Sportsaal wirft deshalb heute einen Blick auf den möglichen Holzlöffelsieger 2012, der sich indirekt auch im Duell zwischen dem BVB und dem FCB entscheidet.
Der Holzlöffelsieger, auch Wooden spoon-Award genannt, wird ganz einfach bestimmt: Man schaut jeweils, gegen wen das Verlierer-Team in der Runde zuvor verloren hat. Und gegen wen dieses Team in der Runde zuvor verloren hat. Immer so weiter, bis man am Anfang der Nahrungskette angekommen ist. Und so endet heute alles beim VfL Wolfsburg und dem Halleschen FC, wie ein Blick auf die Verliererstraße zeigt.
Gewinnt Bayern München den Pott:
Final-Verlierer: Borussia Dortmund Halbfinal-Verlierer: SpVgg Greuther Fürth Viertelfinale-Verlierer: TSG Hoffenheim Achtelfinal-Verlierer: FC Augsburg 2. Runden-Verlierer: RB Leipzig 1. Runden-Verlierer und Holzlöffel-Champion: VfL Wolfsburg
Gewinnt Borussia Dortmund den Pott:
Final-Verlierer: Bayern München Halbfinal-Verlierer: Borussia Mönchengladbach Viertelfinal-Verlierer: Hertha BSC Achtelfinal-Verlierer: 1. FC Kaiserslautern 2. Runden-Verlierer: Eintracht Frankfurt 1. Runden-Verlierer und Holzlöffel-Champion: Hallescher FCDie Wolfsburger könnten mit einem Erfolg den Trend der letzten Jahre fortsetzen und das dritte siegreiche Team innerhalb von sechs Jahren werden, das eigentlich keiner braucht – nach der TSG Hoffenheim (2006) und Bayer Leverkusen (2008). Für den Halleschen FC wäre es gar der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, und das ausgerechnet an dem Tag, an dem man auch den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen könnte.
Der Rekord-Holzlöffelsieger 1. FC Saarbrücken hatte in diesem Jahr hingegen Pech: Trotz einer Erstrundenpleite gegen Erzgebirge Aue fand das Team nicht den Weg auf die verlängerte Verliererstraße. Die Saarländer sind auch weiterhin das einzige Team, das seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte, wenn auch durch die Amateurmannschaft. Überraschenderweise brachte es das Team aus dem Saarland tatsächlich fertig, im Pokalwettbewerb 2003 gleichzeitig zwei Amateurmannschaften in den Pokal zu schleusen, was die Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung natürlich deutlich erhöhte. Nach drei Titeln in den ersten vier Jahren des neuen Jahrtausends war bei allen Vereinen damals die Angst vor einem Erstrundenlos Saarbrücken riesengroß.
Die Holzlöffelsieger der letzten 20 Jahre:
2012: VfL Wolfsburg vs. Hallescher FC 2011: FK Pirmasens 2010: SpVgg Unterhaching 2009: VfL Osnabrück 2008: Bayer Leverkusen 2007: 1. FC Gera 03 2006: TSG Hoffenheim 2005: TSV Aindling 2004: 1. FSV Mainz 05 2003: 1. FC Saarbrücken (Amateure) 2002: 1. FC Saarbrücken 2001: SSV Reutlingen 2000: 1. FC Saarbrücken * 1999: Fortuna Köln 1998: FC Gütersloh 1997: FSV Salmrohr 1996: SC Neukirchen 1995: VfB Leipzig 1994: Eisenhüttenstadter FC Stahl * 1993: SV Post Neubrandenburg * 1992: Preußen Münster *Rückverfolgung nur bis in die zweite Runde möglich, da viele Teams in der ersten Runde ein Freilos hatten

