Vom wahren DFB-Pokalfinale 2012: VfL Wolfsburg – Hallescher FC

Wer drei Mal in Folge gewinnt, darf ihn behalten: den DFB-Holzlöffel.

Wer drei Mal in Folge gewinnt, darf den DFB-Holzlöffel behalten. Quelle: Flickr-User edmittance

Zum ersten Mal seit sieben Jahren treffen die beiden besten Teams der abgelaufenen Bundesliga-Saison auch im DFB-Pokalfinale aufeinander. Das Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund dürfte das spannendste seit Ewigkeiten sein – und gleichzeitig auch irgendwie langweilig, weil das Duell doch schon die gesamte Rückrunde im Fokus stand. Der Sportsaal wirft deshalb heute einen Blick auf den möglichen Holzlöffelsieger 2012, der sich indirekt auch im Duell zwischen dem BVB und dem FCB entscheidet.

Der Holzlöffelsieger, auch Wooden spoon-Award genannt, wird ganz einfach bestimmt: Man schaut jeweils, gegen wen das Verlierer-Team in der Runde zuvor verloren hat. Und gegen wen dieses Team in der Runde zuvor verloren hat. Immer so weiter, bis man am Anfang der Nahrungskette angekommen ist. Und so endet heute alles beim VfL Wolfsburg und dem Halleschen FC, wie ein Blick auf die Verliererstraße zeigt.

 

Gewinnt Bayern München den Pott:

Final-Verlierer: Borussia Dortmund
Halbfinal-Verlierer: SpVgg Greuther Fürth 
Viertelfinale-Verlierer: TSG Hoffenheim
Achtelfinal-Verlierer: FC Augsburg
2. Runden-Verlierer:  RB Leipzig
1. Runden-Verlierer und Holzlöffel-Champion: VfL Wolfsburg

 

Gewinnt Borussia Dortmund den Pott:

Final-Verlierer: Bayern München
Halbfinal-Verlierer: Borussia Mönchengladbach
Viertelfinal-Verlierer: Hertha BSC
Achtelfinal-Verlierer: 1. FC Kaiserslautern
2. Runden-Verlierer: Eintracht Frankfurt
1. Runden-Verlierer und Holzlöffel-Champion: Hallescher FC
 

Die Wolfsburger könnten mit einem Erfolg den Trend der letzten Jahre fortsetzen und das dritte siegreiche Team innerhalb von sechs Jahren werden, das eigentlich keiner braucht – nach der TSG Hoffenheim (2006) und Bayer Leverkusen (2008). Für den Halleschen FC wäre es gar der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, und das ausgerechnet an dem Tag, an dem man auch den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen könnte.

Der Rekord-Holzlöffelsieger 1. FC Saarbrücken hatte in diesem Jahr hingegen Pech: Trotz einer Erstrundenpleite gegen Erzgebirge Aue fand das Team nicht den Weg auf die verlängerte Verliererstraße. Die Saarländer sind auch weiterhin das einzige Team, das seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte, wenn auch durch die Amateurmannschaft. Überraschenderweise brachte es das Team aus dem Saarland tatsächlich fertig, im Pokalwettbewerb 2003 gleichzeitig zwei Amateurmannschaften in den Pokal zu schleusen, was die Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung natürlich deutlich erhöhte. Nach drei Titeln in den ersten vier Jahren des neuen Jahrtausends war bei allen Vereinen damals die Angst vor einem Erstrundenlos Saarbrücken riesengroß.

 

Die Holzlöffelsieger der letzten 20 Jahre:

2012: VfL Wolfsburg vs. Hallescher FC
2011: FK Pirmasens
2010: SpVgg Unterhaching
2009: VfL Osnabrück
2008: Bayer Leverkusen
2007: 1. FC Gera 03
2006: TSG Hoffenheim
2005: TSV Aindling 
2004: 1. FSV Mainz 05
2003: 1. FC Saarbrücken (Amateure)
2002: 1. FC Saarbrücken
2001: SSV Reutlingen
2000: 1. FC Saarbrücken *
1999: Fortuna Köln
1998: FC Gütersloh
1997: FSV Salmrohr
1996: SC Neukirchen
1995: VfB Leipzig
1994: Eisenhüttenstadter FC Stahl *
1993: SV Post Neubrandenburg *
1992: Preußen Münster
 
*Rückverfolgung nur bis in die zweite Runde möglich, da viele Teams in der ersten Runde ein Freilos hatten
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