[News] Mathieu und Gonzalez wagen ihr Comeback auf der ATP-Tour

Paul-Henri Mathieu. Quelle: Flickr-User franz88

Über ein Jahr ist es her, dass Paul-Henri Mathieu ein Spiel auf der ATP-Tour bestritten hat. Der Grund: eine Knieoperation. In der vergangenen Wochen stand er in der Qualifikation des Challenger-Turniers von Heilbronn zum ersten Mal seit November 2010 wieder auf dem Platz. Er verlor das Spiel in drei hart umkämpften Sätzen gegen Rubel Bemelmans, der später immerhin das Finale erreichen konnte. ”Es war schwierig mich auf das Spiel vorzubereiten, weil mir all die Bilder des Jahres 2011 durch den Kopf gingen”, sagte Mathieu. “Ob ich gewinne oder verliere, das war nicht wichtig.” Mithalten konnte er aber trotzdem wieder erstaunlich gut, ein Unterschied zwischen ihm und Bemelmans war nicht auszumachen. Der aufstrebende Belgier Bemelmans gewann danach zwölf Sätze in Serie und verlor erst im Finale in drei Sätzen gegen Björn Phau. Auch das zeigt, dass die Leistung von Mathieu im ersten Spiel nach der Rückkehr durchaus ansprechend war. “Für mich war das heute schon ein Sieg”, erzählte Mathieu. Wichtig sei vor allem gewesen, dass er schmerzfrei spielen konnte. Doch schon in dieser Woche in Montpellier ist seine Einstellung eine andere.

“Ich will mein erstes Spiel gewinnen”, sagt der Franzose selbstbewusst. In der ersten Runde des ATP-Turniers von Montpellier trifft er auf Cedrik-Marcel Stebe, der in Heilbronn auch an Ruben Bemelmans scheiterte – im Halbfinale. Der Deutsche spielt schon zum zweiten Mal in dieser Saison gegen einen Routinier und die Zuschauer – bei den Australian Open musste er gegen Lleyton Hewitt ran. Sollte Mathieu dieses Spiel gewinnen können (er ist moderater Außenseiter), würde im Achtelfinale Jarkko Nieminen warten. Insgesamt schaut Mathieu zuversichtlich auf die neue Saison.

Der Franzose war ein Spieler mit herausragenden Grundschlägen, aber leider ein Spieler ohne Köpfchen und mentale Stärke. In der Weltrangliste schafft er es im Jahr 2008 bis auf Rang 12. Gegen große Spieler konnte er ab und an aber richtig gut aufspielen, ein Höhepunkt sicher das Fünfstunden-Spiel gegen Rafael Nadal bei den French Open 2006 (siehe Video). Den Spanier so lange über den Platz jagen in Paris – das haben nicht viele Spieler geschafft in ihrer Karriere.

 

Highlights Nadal / Mathieu – Roland Garros 2006 (HD)

 

Auch beim ATP-Turnier in Vina del Mar wagt ein alter Bekannter das Comeback: Fernando Gonzalez. Der Chilene spielte zwar ab und an im Tennisjahr 2011, kam insgesamt aber nur auf elf Partien, weil er nie wirklich beschwerdefrei spielen konnte. Schon seit Mai 2010 plagt Gonzalez sich mit Verletzungen rum, zuletzt machten vor allem das Knie und der Rücken Probleme. Auch er wählt ein Turnier in der Heimat für die Rückkehr. “Vina del Mar ist mein absoluter Lieblingsort. Ich habe hier die besten Ergebnisse meiner Karriere erzielt”, erzählt Gonzalez, der hier bereits vier Mal gewinnen konnte. ”Ich habe mich gut vorbereitet, ein Start bei den Australian Open wäre aber noch zu früh gewesen.”

Fernando Gonzalez. Quelle: Flickr-User cpozo

Wenn Gonzalez für sein eigenes Land antreten darf, ist er zumeist noch mal zwei Klassen stärken. Und so ist sein Ziel für 2012 klar: Die Olympischen Spiele in London. Immerhin gewann er bei Olympia bereits drei Medaillen. Bronze (2004) und Silber (2008) im Einzel. Und 2004 auch Gold im Doppel. Unvergessen ist sein Spiel an der Seite von Nicolas Massu im Finale 2004 gegen das deutsche Duo Kiefer/Schüttler, als die beiden vier Matchbälle abwehren konnte und Kiefer und Schüttler eine der größten Enttäuschungen der Karriere zufügten. Aber auch bei Grand Slam-Turnieren hat Gonzalez bereits tolle Ergebnisse zu verzeichnen: Bei den Australian Open erreichte er 2007 (mit Sieg gegen Tommy Haas) das Finale, bei den French Open in Paris 2009 immerhin das Halbfinale. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste war Rang 5, aktuell ist er die Nummer 290.

In Vina del Mar trifft der Chilene in der ersten Runde auf Pere Riba, ein solider spanischer Sandplatzspieler, den er erst einmal bezwingen muss. Ein Comeback auf Sand ist etwas scherer als auf den Indoor-Hardcourts, denn das Spiel auf der roten Asche ist physisch deutlich fordernder als die kürzeren Ballwechsel in der Halle. Im Gegensatz zu Mathieu ist Gonzalez in seiner ersten Partie 2012 aber leichter Favorit.

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