Schmerz lass nach, Lleyton Hewitt hat dich umzingelt

Morgen früh (ab ca. 10 Uhr) startet Lleyton Hewitt beim Hopman Cup gegen Fernando Verdasco in sein sechzehntes Jahr auf der ATP-Tour. Zum sechzehnten Mal in Folge wird er wohl aller Voraussicht nach auch bei den Australian Open an den Start gehen. Doch vieles spricht dafür, dass es das letzte Mal sein wird. Mit seinen 30 Jahren könnte er sicherlich noch zwei oder drei Jahre spielen, wenn nicht mehr. Doch der Körper macht ihm zu schaffen. Gerade einmal 23 Spiele hat er in der vergangenen Saison bestritten.

“That’s the worst toe I’ve ever seen”, sagte unlängst ein Spezialist, als er seinen kaputten Fuß sah. Der Arzt zeigte sich überrascht, dass Hewitt überhaupt so locker laufen konnte, sich gar auf ein Grand Slam-Turnier vorbereite.  Hewitt scheint aber immer noch topmotiviert: “Es ist nur die Fußverletzung, wenn ich die überstehe bin ich bei 100 Prozent”. Sein Trainer sagt aber auch: “Noch eine Verletzung, dann ist Schluss.

Der Australier wehrt sich gegen die Gerüchte, dass er seine Karriere bald beenden wird. “Retirement talk has been there since I was 26. So for me it’s just a load of rubbish.” Also einfach nur Müll, was die Medien da schreiben? Ganz so einfach ist es nicht. Wenn der Australier in Sydney und Melbourne wenige Punkte holt, dann ist er dauerhaft auf Wild Cards angewiesen. Natürlich wird er von vielen kleineren Turnieren immer noch gerne genommen, aber bei Masters Events sind Wild Cards heiß umkämpft und gehen oft an die Spieler aus dem jeweiligen Land. Dann bliebe nur noch der zähe Weg über die Qualifikation.

Wie sehr Lleyton Hewitt den Tennissport liebt, konnte man beim Hopman Cup im vergangenen Jahr beobachten. Zwischendurch war er auch als Kommentator im Einsatz und analysierte das Spiel seiner Kollegen kenntnisreich und tiefgründig. Auch bei den Australian Open wird er für Channel 7 wieder in die Kommentatorenbox steigen. Vielleicht kann er sich auf die neue Aufgabe schneller konzentrieren als ihm lieb ist.

Mit US Open-Siegerin Sam Stosur und Nachwuchstalent Bernard Tomic könnte das australische Tennis einen Rückzug Hewitts inzwischen wohl aber deutlich besser verkraften als noch vor zwei Jahren.

Berichte in den Medien

Sydney Morning Herald: “Hewitt the paradox … ever the fighter”

Perth Now: Das Training läuft wohl ganz gut im Moment

ESPN: “Hewitt rubbishes retirement rumours”

Herald Sun: “Lleyton Hewitt’s hunger remains”

Share via email
Trackbacks Comments
Leave a Comment